Wann kommt eine grundlegende Reform des Ladenschlussgesetzes?

Wann kommt eine grundlegende Reform des Ladenschlussgesetzes?

Viermal im Jahr sollten Geschäfte bisher sonntags für uns Kunden da sein dürfen. Für jeden, der sich ehrenamtlich für seine Stadt einsetzt, ist das VERDI–Verdikt ein großer Rückschlag. Wir bemühen uns, eine positive Entwicklung anzustoßen und das wird von VERDI einfach kaputt gemacht. Man hat den Eindruck VERDI will aus Prinzip mit dem Kopf durch die Wand. Werbegemeinschaften mussten aufwändig geplante Sonntagsöffnungen oft kurzfristig wieder absagen und anfallende Kosten in den Wind schreiben. Die Gewerkschaft VERDI konnte erfolgreich auf einen höchstrichterlich geforderten Anlass neben der eigentlichen Geschäftsöffnung als Voraussetzung für die Ausnahme von Sonntagsöffnung pochen.

Die von Schwarz–Gelb ausgeweitete Sonntags–Öffnung von vier auf acht Sonntage ist zwar der richtige Weg, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich bin der Meinung wir brauchen eine grundlegende Reform des Ladenschlussgesetzes, damit klar wird, wie und womit geplant werden muss. Die Leerstände in Velbert, Neviges und Langenberg, zeigen uns, dass es wenig Sinn hat, den Händlern immer neue Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Liebe Gewerkschaft VERDI, hört auch aus Verantwortung und Respekt gegenüber dem Handel, den Verkäuferinnen und Verkäufern und uns mündigen Bürgern mit dem Unsinn auf. Wie viel Zeit soll noch sinnlos verplempert werden, um König Kunde am Gängelband zu führen?

Niemand ist der Ansicht, dass die Sonntagsarbeit eine unzumutbare Belastung für Krankenhaus– und Pflegepersonal, Feuerwehren, Polizei und Dutzende anderer Schichtdienst–Berufe darstellt. Wir alle sind dankbar für die ständige Präsenz und viele Schichtdienstler schätzen gerade die Flexibilität von Schichtdienstmodellen, in denen auch freie Wochentage für die Angestellten Möglichkeiten zum eigenen entspannten Einkaufsbummel bieten oder auch notwendige Amtsgänge ermöglichen. Darüber hinaus kann ein eingeführtes Schichtdienstmodell gerade im Einzelhandel auch ein Anreiz für zusätzliches Personal sein, was wiederum dem Arbeitsmarkt zugutekommt.

Wenn den Kunden endlich wieder eine Alternative zum entspannten Onlinekauf am Sonntag geboten werden soll, muss sich die Politik dem bornierten Diktat ewig gestriger Gewerkschaftsmodelle endlich widersetzen und kann sich einem grundlegenden Wandel nicht entziehen, sonst bleiben die Innenstädte weiterhin leer und die Verödung der Einkaufszonen setzt sich ungehindert fort.

Dirk aus dem Siepen
Fraktionsvorsitzender UVB Velbert
Velbert, 18.06.2017