Rechtfertigen wirtschaftliche Interessen immer alles?

Rechtfertigen wirtschaftliche Interessen immer alles?

45 Millionen männliche Küken werden jedes Jahr aus wirtschaftlichen Gründen in Brutbetrieben getötet, weil es keine Verwendung für sie gibt, denn aus männlichen Küken werden keine Legehennen, deren Eier man verkaufen könnte und männliche Tiere aufzuziehen um ihr Fleisch zu verkaufen, lohne sich nicht. Und das wird auch vorerst weiter so bleiben.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verkündete letzten Donnerstag, dass Brütereien weiter männliche Küken töten dürfen und jetzt kommt es, allerdings nur noch so lange, bis es serienreife und zuverlässige technische Verfahren gibt, die natürlich auch nicht viel kosten dürfen, die dann bestimmen, das man männliche Küken schon im Ei erkennt und nicht erst ausbrüten muss, um sie dann zu töten.

Statt wieder vor der Industrie einzuknicken, hätte man per Gericht direkt einen kurzfristigen Termin festlegen müssen, bis wann diese technischen Verfahren zwingend eingeführt und eingesetzt werden müssten. Aber die Politik macht es sich mal wieder einfach. Man schiebt das Problem wieder dem Verbraucher zu. Er hätte es letztlich in der Hand, ob sich diese Verfahren durchsetzen oder ob immer mehr Eier importiert werden.

Liebe Politik, gebt mir dann bitte auch über eine vorgeschriebene Kennzeichnung der Eier eine Möglichkeit, Betriebe, die sich für das Tierwohl einsetzen, zu erkennen. Gerne bin ich dann bereit, diese bei meinem Einkauf zu bevorzugen.

Dirk aus dem Siepen
Fraktionsvorsitzender UVB Velbert
15.06.2019