Anträge aktuell

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Kreisverwaltung Mettmann
Landrat Hendele
Düsseldorfer Str. 26
40822 Mettmann

Velbert, 09.05.2017

Betr.: Schulsituation im Kreis Mettmann

Sehr geehrter Herr Hendele,
hiermit laden wir Sie ein, zu einem persönlichen Gespräch in unsere Geschäftsstelle, um mit Ihnen die aktuelle Schulsituation
hier in Velbert zu eruieren.

Zuerst einmal möchten wir uns bei Ihnen bedanken für Ihr Durchsetzungsvermögen und dem richtigen Entschluss für unsere Kinder und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Bedarf die Förderzentren zu gründen, die nunmehr schon auf ein Jahr erfolgreiche Arbeit zurückblicken können. Wir sehen unser Förderzentrum Nord als enorme Bereicherung für unsere Schullandschaft hier in Velbert an.

Sie, als Kreis, kooperieren mit dem Land Nordrhein–Westfalen, um die Entwicklung eines Bildungsnetzwerkes hier im Kreis Mettmann voranzutreiben. Dieses „Unterstützungs- und Beratungssystem“ vor Ort soll effizient und nachhaltig zum Wohl unserer Kinder und Jugendlichen genutzt werden, um ihnen die passenden Bildungsmöglichkeiten bieten zu können.

Dabei stehen an erster Stelle nun folgende Schwerpunkte:

  • Übergang von der Schule zum Beruf
  • Schulische Inklusion
  • Medienkompetenzentwicklung

Gemeinsam haben wir alle das Ziel, die bestmögliche Bildung und individuelle Förderung von unseren Kindern und Jugendlichen im Kreis Mettmann sicherzustellen. Dabei ist die übergreifende Zusammenarbeit von Schulträgern, Schulen, Schulaufsicht, Kommunen und dem Kreis sehr wichtig. Nur so kann die Sicherstellung des Bildungsauftrages gewährleistet werden.

Wie Ihnen als zuständiger Landrat bekannt ist, haben wir im Kreis Mettmann nur noch zwei Hauptschulen (Carl-Fuhlrott-Schule in Haan und Martin-Luther-King Schule in Velbert). Da diese beiden Hauptschulen einmal den südlichen Teil des Kreises und einmal den nördlichen Teil des Kreises als großes Einzugsgebiet haben, weisen diese beiden Schulen stabile Anmeldezahlen für einen zweizügigen Schulbetrieb aus, obwohl insgesamt nur noch 5 % aller Grundschüler zur Hauptschule wechseln.

Die Lehrkräfte an den Hauptschulen müssen im Vergleich zu anderen Schulformen einen überproportionalen Beitrag zur Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen leisten. Erschwerend kommen hier noch folgende schulspezifischen Probleme hinzu:

  • Inklusion von lernbehinderten Kindern
  • Integration von Schülern mit Migrationshintergrund
  • Abschulproblematik von Kindern anderer Schulformen

Wir von der Wählergemeinschaft UVB würden uns freuen, wenn Sie als zuständige Kreisbehörde die Bereitschaft zeigen würden, diese beiden verbleibenden kommunalen Hauptschulen im Kreis Mettmann in Ihre „Kreis-Trägerschaft“ zu übernehmen. Dadurch ergäbe sich dann eine enge Vernetzung mit den kreisangehörigen Städten, Schulen, Agenturen für Arbeit, den Industrie- und Handelskammern, Bildungsträgern und Unternehmen vor Ort mit der Folge eines erleichterten Einstieges ins Berufsleben. Dadurch ließe sich das Image der Hauptschulen deutlich verbessern und kein Kind / Jugendlicher würde auf der Strecke bleiben, frei nach dem Motto:

Kein Abschluss ohne Anschluss

Wir hoffen im Interesse unserer Kinder, von Ihnen Terminvorschläge für ein persönliches Gespräch zu erhalten und begrüßen es aus verwaltungsökonomischer Sicht, wenn die zuständigen Schulräte/innen vom Schulamt Mettmann auch an dieser Runde teilnehmen würden.

Mit freundlichen Grüßen
UVB-Fraktion im Rat der Stadt Velbert

gez. Dirk aus dem Siepen
Fraktionsvorsitzender

gez. Marcus Babilon
Fraktionsgeschäftsführer