
In Velbert-Mitte, Neviges und Langenberg zeigt sich seit Jahren das gleiche besorgniserregende Bild: Immer mehr Ladenlokale stehen leer. Besonders unsere klassischen Einkaufsstraßen, die einst das Herzstück der Begegnung und Versorgung waren, verlieren zusehends an Attraktivität. Wir als UVB wollen diesen Trend nicht länger tatenlos hinnehmen.
1. Die aktuelle Lage: Eine gefährliche Abwärtsspirale
Dauerhafte Leerstände und häufig wechselnde Billigkonzepte prägen das Stadtbild. Das Problem ist tiefgreifend: Sinkende Besucherfrequenzen entziehen den verbliebenen Fachgeschäften die Grundlage. Ohne attraktiven Branchenmix droht unseren Innenstädten der soziale und wirtschaftliche Kollaps.
2. Warum der Markt allein es nicht richtet
Die Ursachen für den Leerstand sind vielfältig, aber hausgemacht:
- Unrealistische Mieten: Viele Eigentümer fordern Preise, die an der heutigen Realität vorbeigehen und junge Unternehmer abschrecken.
- Struktureller Wandel: Der Druck durch den Onlinehandel ist massiv. Kleinere Geschäfte brauchen flexiblere Bedingungen, um gegen die „grüne Wiese“ bestehen zu können.
- Sanierungsstau: Veraltete Ladenflächen ohne energetische Modernisierung sind schwer vermittelbar. Hier fehlt es oft an Investitionsbereitschaft der Vermieter.
- Fehlende Steuerung: In Velbert fehlt eine wirksame, stadtteilübergreifende Strategie. Isolierte Vermietungen ohne Blick auf ein stimmiges Gesamtkonzept helfen uns nicht weiter.
3. Fehlentwicklungen stoppen: Qualität statt Notlösung
Oft wird aus purem Vermietungsdruck an Spielhallen oder Wettbüros vergeben. Das mag kurzfristig Mieteinnahmen sichern, schadet aber langfristig dem Image unserer Stadtteile und vertreibt potenzielle Qualitätsanbieter. Wir brauchen Nutzungen, die Menschen anziehen und zum Verweilen einladen.
4. Unser Fazit: Zeit für ein neues Konzept
Der Strukturwandel ist kein Schicksal, das man aussitzen kann. Wir fordern eine engere Kooperation zwischen Stadt, Eigentümern und Handel. Unser Ziel sind realistische Mietpreise und ein städtebauliches Konzept, das den Fokus wieder auf Aufenthaltsqualität und einen gesunden Branchenmix legt. Wir arbeiten daran, unsere Zentren als lebendige Orte für alle Generationen zu erhalten.
5. Ein Appell an uns alle
Politik und Wirtschaft können viel bewegen, aber auch die Bürgerinnen und Bürger sind gefragt: Unterstützen Sie den lokalen Handel! Ein Einkaufsbummel vor Ort oder ein Cafébesuch in der Stadt sind der beste Schutz gegen leere Schaufenster.
Gleichzeitig muss der Einzelhandel mutig sein: Service und Einkaufserlebnis müssen sich stetig verbessern. Mit frischen Ideen und echtem Engagement ist hier noch viel Luft nach oben!
Dirk aus dem Siepen
Fraktionsvorsitzender UVB Velbert