Keine Bundeswehr-Brücke über den Deilbach: Straßen.NRW zerschlägt Hoffnungen.

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Velbert. Die Forderung der UVB-Fraktion nach einer kurzfristigen Lösung für die gesperrte Deilbachbrücke der Nierenhofer Straße stand bei der jüngsten Ratssitzung auf der Tagesordnung. Trotz des Vorschlags, Bundeswehr oder THW für den Bau einer temporären Behelfsbrücke einzubinden, erteilte der Landesbetrieb Straßen.NRW dem Vorhaben eine Absage. Für die Unternehmen im Industriegebiet Ziegeleistraße bedeutet dies, dass der Lieferverkehr weiterhin lange Umwege nehmen muss.

Thorben Roeloffs, Projektleiter bei Straßen.NRW, legte dem Rat detailliert dar, warum eine Interimslösung für Fahrzeuge an der Realität vor Ort scheitert. Eine Trasse für eine Behelfsbrücke müsste über das Gelände der Technischen Betriebe Velbert führen, wo jedoch ein unverzichtbares Drosselbauwerk nebst Regenüberlauf eine Überbauung technisch unmöglich macht. Zudem ließe sich die Geometrie am beschrankten Bahnübergang selbst mit militärischer Hilfe nicht verändern: Die Flächen sind so beengt, dass die notwendigen Schleppkurven für Lkw nicht darstellbar sind, womit ein sicheres Abbiegen in Richtung Grenzweg physisch ausgeschlossen bleibt.

Im Rahmen der Debatte stand auch der Vorwurf im Raum, Straßen.NRW habe bereits Jahre zuvor vom kritischen Zustand des Bauwerks gewusst. Als Indiz wurden seitliche Abstützungen angeführt, die schon länger an der Brücke montiert waren. Roeloffs trat dieser Kritik entgegen und betonte, dass man gerade wegen des bekannten Zustands bereits weit vor der eigentlichen Sperrung mit der Planung des Ersatzneubaus begonnen habe. Nur durch diesen Vorlauf sei es nun möglich, das Projekt in der jetzigen Geschwindigkeit umzusetzen, da bereits viele Genehmigungsschritte eingeleitet worden seien.

Der nun vorgesehene Zeitplan sieht vor, dass im Sommer 2026 die Leitungsverlegungen durch die Versorger beginnen. Im September 2026 soll dann eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer errichtet werden. Diese Maßnahme dient dazu, die bestehende Situation – die Brücke ist derzeit für den Fuß- und Radverkehr noch passierbar – während der eigentlichen Bauphase aufrechtzuerhalten und so den Zugang zu den Bahnsteigen zu sichern. Eine Verbesserung der aktuellen Lage tritt dadurch nicht ein, es wird der Status quo erhalten.

Im Oktober 2026 soll dann die alte Brücke abgerissen werden und der Neubau starten. Verläuft alles nach Plan, ist die Verkehrsfreigabe des neuen, verbreiterten und hochwassersicheren Bauwerks für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Restarbeiten und Pflanzungen sind noch bis in den Sommer 2027 hinein möglich. Bis dahin müssen sich Anlieger und Unternehmen also weiterhin gedulden.

Straßen.NRW versucht laut Roeloffs, das Projekt trotz externer Risiken – gebaut wird aus Zeitmangel größtenteils im Winter und unter Hochwasserrisiko –  im Zeitrahmen zu halten.

Foto und Bericht : Mathias Kehren - SuperTipp-Online

 



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